Die Szene lebt – Der zweite Sommer der Hausbesetzer

Gut 100 Häuser und Plätze in Berlin sind  besetzt – Hausbesetzerscene in Berlin

Auch diesen Artikel vom Berliner Kurier finden wir lesenswert und auch überraschend.
Das es schon wieder so viele Hausbesetzer in Berlin gegen Mietensteigerung und Verdrängung kämpfen wussten wir auch nicht.

Aber irgendwie kommen die alten Zeiten immer wieder, ziviler Ungehorsam als Mittel zum Zweck. TUWAT

 

 

Berlin –  

Die Hausbesetzerszene war fast tot: Im Februar 2011 berichtete der KURIER von den letzten besetzten Häusern unserer Stadt. Jetzt erlebt die Protestbewegung auch im Internet ihre Wiedergeburt.

 

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Ein neuer interaktiver Stadtplan überrascht wohl auch Behörden: Demnach sind heute in der Hauptstadt immer noch gut 100 Häuser und Plätze besetzt.

Die Karte der besetzten Häuser Berlins

Die Karte der besetzten Häuser Berlins
Foto: zVg

Unter www.berlin-besetzt.de findet sich eine Übersicht über alle besetzten Häuser, Wagenburgen und Plätze von 1970 bis jetzt.

Auffällig sind vier Gebiete, in denen sich heute die Besetzungen stauen: Kreuzberg, Friedrichshain, Schöneberg und Prenzlauer Berg.

Viele der besetzten Häuser oder Flächen werden geduldet. In den meisten Fällen haben die Revoluzzer Mietverträge ausgehandelt. Neben der Chronik von Mai 1970 bis Juli 2014 kann sich der Besucher die Geschichte der Häuserkämpfe, die einzelnen Häuser nach Bezirken sortiert oder Plakate, Flugblätter und Fotos anschauen.

Die Hausbesetzergeschichte Berlins kann in drei Teile gegliedert werden: Einen ersten Höhepunkt erlebte die Szene ab Ende der 1970er-Jahre in West-Berlin. Wegen Wohnungsknappheit waren 1980/81 rund 160 Häuser besetzt. Räumungsversuche führten zu Straßenschlachten.

Nach der Wende erlebte die Stadt ihre zweite große Besetzungswelle. Bedingt durch die rechtlich unsichere Situation im Osten wurden leerstehende und vom Abriss bedrohte Gebäude besetzt. Darunter befanden sich das später als Kunsthaus Tacheles bekanntgewordene Gebäude in der Oranienburger Straße oder das 1991 legalisierte Wohnprojekt Köpi in der Köpenicker Straße 137. Von den insgesamt fast 150 besetzten Häusern Ost-Berlins wurden 100 legalisiert.

Seit zwei Jahren gibt es in Berlin ein Revival: 2012 besetzten 20 Wut-Rentner über 111 Tage ihre Seniorenfreizeit „Stille Straße“ in Pankow. Mit Erfolg: Die Villa wurde gerettet.

Im selben Jahr erreichte die Mietwalze den Kotti: Die Initiative „Kotti & Co.“ besetzte eine Fläche am U-Bahnhof Kottbusser Tor und erschuf einen Protestort gegen steigende Mieten und Verdrängung.

Der aktuellste Fall dreht sich um die Flüchtlinge, die Teile Kreuzbergs fast zwei Jahre lang besetzten. Los ging es im Oktober 2012, als 70 Asylbewerber und 100 Unterstützer am Oranienplatz eine Zeltstadt errichteten.

Nachdem das Camp im April 2014 geräumt wurde, besetzten die Flüchtlinge im Juli die alte Gerhart-Hauptmann-Schule. In Teilen des Gebäudes dürfen sie per Vertrag bleiben.

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entnommen aus Berliner Kurier http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/die-szene-lebt-der-zweite-sommer-der-hausbesetzer,7169128,27969496.html

 

 

 

 

 

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